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Reinemachen ist Handarbeit

Reinemachen zählt zu den ältesten und wichtigsten Tätigkeiten, die wir tun können.

Einen Tisch abzuwischen, eine Toilette zu putzen, Wasserhähne und Spiegel wieder zum Strahlen zu bringen, das ist eine Arbeit, die wir mit unseren Händen tun. Nicht viele tun es gerne. In unserer Kommunikations- und Industriegesellschaft ist es als Beruf nicht hoch angesehen. Und zu Hause schieben wir es gerne auf die lange Bank. 

Das Reinemachen ist eine notwendige Arbeit. Berufliche Qualifikation ist mit der Lockerung des Handwerksgesetzes und den damit zusammenhängenden Vorschriften nicht mehr notwendig. Reinigungsfirmen müssen keine Meisterbetriebe mehr sein, Personal kann ohne Ausbildung als Gebäudereiniger beschäftigt werden. Die Reinigungsfirmen sind zahlreich, das Beschwerdemanagement nimmt einen Teil der Arbeit ein. Denn das Putzen und Saubermachen ist nicht so einfach, wie gerne gedacht wird, wenn es beruflich betrieben wird. Es ist halt Handarbeit und ein, wenn auch nicht weiter geschütztes, Handwerk. Handwerk bedeutet korrekte Arbeit. Und die benötigt natürlich eine Reihe von Kenntnissen. 

Gekonnte Reinigungsarbeit will gelernt sein

Das Gebäudereinigungshandwerk nimmt eine gewisse Sonderstellung in den Handwerksberufen ein. Es wird in der Regel als ein Handwerk gesehen, das keine besonderen Fähigkeiten benötigt. Die allgemeine Meinung kann bisweilen dahin gehen, es gar nicht als ein Handwerk zu betrachten. Was gibt es da schon zu lernen und zu beherrschen? Kann man mit einem Wischlappen denn so viel verkehrt machen? 

 

Nicht ohne Grund wechseln Firmen häufig die Reinigungsfirma, weil die Reinigungsarbeiten nicht zur Zufriedenheit ausgeführt werden. Häufig werden ungelernte oder nicht speziell für das Gebäudereinigerhandwerk qualifizierte Arbeitnehmer in der Reinigung beschäftigt. Gewissermaßen werden dann nur die Vorurteile, die ohnehin schon herrschen, bestätigt. 

 

Wie in allen Berufen ist berufliche Erfahrung auch hier wichtig. Besonders die Wahrnehmung will geschult und trainiert werden. Zu wissen, was geputzt werden muss, reicht noch nicht aus. Wie es geputzt werden muss, verlangt nach Reinigungswissen und Reinigungstechniken.

 

Hinzu kommt, dass viele Oberflächen, wie zum Beispiel Zier- und Sockelleisten, Türen, Lichtschalter und Steckdosen, nicht jedes Mal gereinigt werden müssen. Hier kommt es auf das Talent der Reinigungskraft an, wahrzunehmen, was neben den typischen Reinigungsvorgängen wie zum Beispiel das Bodensaugen und -wischen noch zu tun ist. 

 

Gründliche Reinigungsarbeit ist auch eine Konzentrationssache. Nicht nur der relativ mechanische Vorgang beim Reinemachen zählt, sondern auch die wache Beflissenheit und das Geschick, Abläufe während der Reinigungsarbeit vorteilhaft koordinieren zu können. 

Beständigkeit in der Reinigungsarbeit

Beständigkeit in der Reinigungsarbeit ist die größte Herausforderung für Reinigungsfirmen und Reinigungskräfte. Wir können die Arbeit als Reinigungskraft nicht aufschieben oder vertagen, wenn wir mal einen schlechten Tag haben und uns nichts von der Hand gehen will. Die Kundenbeschwerden sind hier immer gleich vorprogrammiert und es wird oft als Schlamperei ausgelegt, wenn ein Mülleimer vergessen wurde, zu leeren oder auf einem Tisch Staub zurück geblieben ist. 

 

In anderen Bereichen des Handwerks können Termine zur Auslieferung oder Fertigstellung auch mal verschoben werden. Oder Termine werden gleich großzügig gesetzt, dass es zu keinen Problemen kommen kann. In der Gebäudereinigung muss das Produkt, das in anstrengender Handarbeit hergestellt wird, bis zum nächsten Morgen um Punkt 08:00 Uhr auf höchstem Niveau fertig bereitstehen. Die Reinlichkeit.

 

Die beständige Reinigungsarbeit auf gleichbleibend hohem Niveau ist das Bravourstück eines Reinigungsbetriebes und kann nur gelingen, wenn die Reinigungskräfte mit ihrem Reinigungsarbeiten vertraut und erfahren sind. Ein grundsätzliches Geschick, ein Gespür für das Notwendige und das Hineinversetzen in den Kunden kommen hinzu.